Webseitenerstellung und Design: Alexander Lange   Psychologische Praxis Diagnostik – Prävention – Intervention Houben Friedrich Interventionsformen Übergeordnetes Ziel ist es, pädagogische sowie psychotherapeutische Methoden im Rahmen der Jugendhilfe so zu gestalten, dass sie auch sozial schwache Familien in Anspruch nehmen können. Grundlegende Zielsetzungen aller Angebote und Maßnahmen der Psychologischen Praxis sind: die weitgehende Sicherstellung einer gesunden Entwicklung von Kindern und Jugendlichen der Erhalt von Familien mit Interventionen, die Fremdunterbringungen möglichst (und je nach Auftrag) verhindern das Erreichen von Helferunabhängigkeit durch eine stark fordernde Intervention. Unsere Interventionen richten sich auf Kinder, Jugendliche und deren Familien, für die ein bestimmter Grad an Hilfebedarf sowie ein bestimmter Grad an Kooperationsbereitschaft anzunehmen ist. Die familiäre Kooperationsbereitschaft, die nicht immer eine Frage des „guten Willens“ ist, sondern auch von bestimmten Fähigkeiten und Ressourcen abhängt, ist entscheidend dafür, welche Interventionsform infrage kommt. Im Unterschied zu der Interventionsform Klassik, bildet die Eltern-Kind-Gruppe – die sogenannte K-Int Maßnahme – eine Besonderheit, da diese Intervention stark fordernde Anteile beinhaltet und entsprechende Ressourcen voraussetzt. Klassik (aufsuchende Hilfe im Rahmen von Fachleistungsstunden) Diese Intervention kommt infrage, wenn neben der zu bearbeitenden Symptomatik starke Störungen in wesentlichen familiären Bereichen bestehen. Klassik-Angebote sind eher niederschwellig, insofern sie stark an den Klienten, seinen Bedarf und seine Motivation angepasst sind und vorrangig ein aufsuchendes Hilfeangebot darstellen. Bei Klassik-Angeboten sind zirka zwei Drittel der Hilfe aufsuchend, finden also innerhalb der Familie und anderen Lebenswelten (z. B. Schule) des Kindes statt. Erlebnispädagogik und verschiedene materielle und nicht materielle Anreizsysteme für Kinder und Jugendliche sowie lebenspraktische Unterstützung und soziale Vernetzung für die Familien stellen die attraktive und nicht selten notwendige Voraussetzung für die Kooperationsbereitschaft dar und erhöhen die Interventionstoleranz. Im Rahmen von Klassik sind folgende Bereiche in etwa gleich stark gewichtet: - Einzelarbeit mit dem Kind oder Jugendlichen in Bezug auf dessen Störung - Kleingruppenarbeit mit Kindern bzw. Jugendlichen - Familien- und Elternarbeit - Vernetzung involvierter Systeme und/oder mit anderen hilfreichen Institutionen - Kriseninterventionen Klassik-Maßnahmen zielen letztendlich zwar auch auf die Selbstständigkeit der Klienten, richten sich primär aber auf die Minderung schwerer Störungen und die Vermeidung von Fremdunterbringung. K-Int („Skriptumbildende Gruppen-Kurz-Intervention für Familien und ihre Helfer“ im Rahmen einer Pauschalberechnung) Wir empfehlen diese Interventionsform, wenn neben der zu bearbeitenden Symptomatik deutlich erkennbare, intakte familiäre Strukturen bestehen und eine Fremdunterbringung aktuell nicht in Betracht gezogen wird. Eltern, bzw. Haupterziehungspersonen von sozial-emotional auffälligen Kindern zwischen 3-11 Jahren nehmen gemeinsam mit dem Kind einmal wöchentlich an einer Gruppensitzung teil. Die Maßnahme beinhaltet stark motivierende und stark fordernde Interventionsmethoden und setzt somit eine hohe Kooperationsbereitschaft voraus. An den Gruppentreffen nehmen maximal vier Kinder mit ihren Eltern, bzw. einem Elternteil teil. K-Int zielt auf Vermittlung von Spezialwissen an Eltern, auf Nachhaltigkeit, Ermittlung von Hilfebedarf und versteht sich als Ausbildung zur Selbsthilfe. Inhaltlich konzentriert sich die Arbeit auf einen Problembereich der jeweiligen Familie sowie auf Beziehungsmuster. Die Intervention dauert neun Monaten und ist in drei dreimonatige Kurse gegliedert, wobei monatlich ein Pauschalbetrag in Rechnung gestellt wird, der kontinuierlich von Monat zu Monat sich verringert, um dem sich zunehmend überflüssig machenden Helfer auch symbolisch Ausdruck zu verleihen. Erster bis dritter Monat „Anfängerkurs“: Zugangsvoraussetzung: alle Störungsbilder sofern auch intakte familiäre Strukturen und keine akute und massive Kindeswohlgefährdung oder sprachliche Barrieren gegeben sind. Erst-HPG. Ziele: Gruppenbildung, Vermittlung von Interventionstechniken, Skriptumbildung (d.h. Analyse, Reflexion, Umdeutung bislang unhinterfragter Glaubenssätze und Handlungsnormen), Entwicklung eines gemeinsamen Störungskonzeptes, Auswahl eines Problembereichs, Beginn der Veränderungsversuche. Leistung: wöchentlicher Gruppentermin (zwei Std.), vier Individualtermine (bei Bedarf mehr), mindestens eine erlebnispädagogische Aktion, telefonische Beratung, ggf. Bericht und HPG. Evaluation: Interventionstoleranz, Hilfebedarf, Kliententyp, Skriptumbildung, Problemkonzentration, Problemlösung. Vierter bis sechster Monat „Fortgeschrittenenkurs“: Zugangsvoraussetzung: erfolgreich abgeschlossener Anfängerkurs, Verinnerlichung der Arbeitsweise und Zielsetzung von K-Int. Ziele: Skriptumbildung, Konzentration auf Lösung des ausgewählten Problems, evtl. Bearbeitung eines weiteren Problems, zunehmende Thematisierung von Beziehungsaspekten, Beginn selbstständiger Interventionsplanung. Leistung: wöchentlicher Gruppentermin (zwei Std.), zwei Individualtermine, mindestens eine erlebnispädagogische Aktion, telefonische Beratung, ggf. Bericht und HPG. Evaluation: Interventionstoleranz, Hilfebedarf, Kliententyp, Skriptumbildung, Problemkonzentration, Problemlösung, Transfer, Beziehungsstörung. Siebter bis neunter Monat „Meisterklasse“: Zugangsvoraussetzung: erfolgreich abgeschlossener Fortgeschrittenenkurs, mindestens ein vollständig gelöstes Problem. Ziele: Skriptumbildung, noch stärkere Thematisierung des Beziehungsaspekts, selbstständige Analyse von Problemen und eigenständige Interventionsplanung, wenn möglich Kontakt mit anderem Anfängerkurs, „Notfallkoffer“, Abschlusszeugnis. Leistung: wöchentlicher Gruppentermin (zwei Std.), ein Individualtermin, mindestens eine erlebnispädagogische Aktion, telefonische Beratung, Bericht und HPG. Evaluation: Interventionstoleranz, Hilfebedarf, Kliententyp, Skriptumbildung, Problemkonzentration, Problemlösung, Transfer, Beziehungsstörung. K-Int oder Klassik?  Es sei betont, dass auch bei sehr intensiven familiären Störungen eine Aufnahme in K-Int erfolgen kann. Es ist gerade das erklärte Ziel der Psychologischen Praxis, Hilfe so niedrig wie möglich zu dosieren. Je nach Kliententyp wird diese sparsame, aber stark fordernde Form der Hilfe durch K-Int genügen, um Helferunabhängigkeit zu erzielen, genauso wenig erreichen (aber weniger kosten) wie eine aufwändigere Hilfe oder es stellt sich heraus, dass eine individuelle Maßnahme (z. B. Klassik) tatsächlich notwendig und sinnvoll ist. Da zu jedem Zeitpunkt von K-Int ein Wechsel in Klassik oder ähnliche Maßnahmen anderer Anbieter möglich ist, besteht eine Absicherung für Familien, für die K-Int eine „Unterdosierung“ der Hilfe darstellen würde. Wenn dieser Wechsel notwendig wird, kann aufgrund der Ergebnisse von K-Int jedoch eine bessere Anpassung der Folgehilfe erzielt werden. Grundsätzlich ist also K-Int vor Klassik zu empfehlen, im Zweifelsfall können für die Entscheidung Vorgespräche geführt werden.